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Klima-Kongress | Behind the Scenes .08: Sponsoren

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Sponsoring? Warum ist das überhaupt ein Thema in unserem Kontext?

Als ›Schule·Klima·Wandel‹-Projekt werden wir vom Bundesumweltministerium, kurz BMU, gefördert. Sonst wäre unsere Arbeit nicht möglich, und nur deshalb können unsere Angebote kostenlos sein. Im Rahmen der Projektförderung waren auch die Ausgaben für den Kongress abgedeckt…

Dennoch haben wir – nicht nur bei Veranstaltungen und nicht nur als Verein – die Schwierigkeit, dass Mitgliederbeiträge und Spendeneinnahmen nicht unbedingt die Kosten für die eigene Arbeit decken. Woher Geld bekommen für die coolen Ideen, die wir umsetzen möchten?

Kuchenverkauf ist eine Möglichkeit :-), Sponsoring eine weitere. Was heißt Sponsoring? Sponsoring heißt, dass ein Unternehmen (oder Organisation/Einzelperson) dein Vorhaben (Veranstaltung, Produkt, dein Tun an sich) mit Geld bzw. Sach- oder Dienstleistung unterstützt und dafür eine Gegenleistung erwartet, die die Marketing-/Kommunikationsziele des Unternehmens (oder Organisation etc.) positiv unterstützt. Das kann die Platzierung von Logos sein, die Erwähnung in einer Festschrift, dein Auftritt bei einer Veranstaltung des*der Sponsor*in etc. Damit zeigt ein Unternehmen zum Beispiel sein gesellschaftliches/lokales Engagement, es kann aber auch dazu dienen, vom eigenen negativen Impact auf die Gesellschaft/Umwelt abzulenken und so zu tun, als würde man sich engagieren, während irgendwo in der Ferne das ungeklärte Abwasser in Flüsse geleitet und der Lebensraum von Mensch und Tier aus »Firmeninteressen« zerstört wird. Das nennt man dann »Green Washing«. So weit, so üblich.

Was heißt das im Kontext unseres Kongresses? In dem Moment, wo wir uns um die Unterstützung von bestimmten Organisationen/Unternehmen bemühen, sagen wir direkt oder indirekt: »Die Produkte/das Angebot von Unternehmen A/Organisation B/Person C finden wir gut, und das Angebot stimmt mit unseren Zielen/Werten überein.« Wenn man wie wir auf dem Kongress auch die Frage stellt, inwiefern in unserem herrschenden Wirtschaftssystem überhaupt Nachhaltigkeit möglich ist oder ob es nicht einer völlig anderen Struktur bedarf, muss man sich auch fragen, ob Unterstützung von (gewinnorientierten) Unternehmen überhaupt mit den eigenen Zielen vereinbar ist.

Das haben wir im Team diskutiert, und haben uns entschieden, die Unterstützung von zwei Firmen anzufragen bzw. anzunehmen. Spreenauten vermieten Funkgeräte und hatten angeboten, uns die für den reibungslosen Ablauf des Kongresses benötigten Funkgeräte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es ist eine 1997 gegründete Berliner Firma, sie beziehen Ökostrom von Greenpeace, haben ein Geschäftskonto bei der Ethikbank und fanden unseren Kongress ne tolle Sache. Die Gefahr, dass unser Kongress dem »Greenwashing« dienen könnte, war eher gering. Im Gegenzug wünschten sie sich eine kurze Erwähnung auf Facebook, der wir gerne nachgekommen sind. Das eingesparte Geld konnten wir für andere, wichtige Dinge innerhalb des Projekts verwenden, und darüber haben wir uns gefreut.

Die zweite Firma war i+m Naturkosmetik aus Berlin. Der Naturkosmetik-Pionier hat uns Duschgel, Shampoo und Handcremes für die Zimmer zur Verfügung gestellt, und wir haben uns dafür auf unserer Website bedankt. i+m unterstützt mit ihrer Arbeit Fairen Handel, soziale Projekte und ökologischen Rohstoffanbau, sie produzieren ausschließlich vegane Produkte und haben in den letzten Jahren ihre Unternehmensstruktur verändert. Durch diese Unternehmenspraxis weisen sie einen Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Demokratiebildung und Engagement von Jugendlichen für Klimaschutz ist ihnen eine Herzensangelegenheit, und sie haben sich gefreut, uns zu unterstützen.

Bei beiden Firmen haben wir ehrliches Engagement gesehen – der Wunsch, zum Gelingen unserer Arbeit beizutragen war definitiv höher als der zu erwartende »Werbeeffekt«. Gute Projekte brauchen Unterstützung. Umso wichtiger ist es sich zu fragen, was Sponsoring für die eigene Arbeit bedeutet, welche anderen Töpfe/Strategien es gibt (Crowdfunding z.B.) und ob bestimmte Unternehmen zu den eigenen Zielen und Werten passen oder ihnen entgegen stehen. Das gleiche gilt übrigens auch für Stiftungen, die häufig von großen Firmen mitfinanziert werden – auch ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt – wie so oft im Leben (und in unserer Serie ;-) – auch hier.

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Zur Einordung: Im Nachgang unseres Kongresses ›Learning by Doing: Kongress für Klima & Wandel‹ beleuchten wir verschiedene Aspekte, über die wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht haben und für die wir versucht haben, nachhaltigere, manchmal auch ungewöhnliche Lösungen zu finden. Folgende Themen erwarten dich in dieser Reihe:

Einleitung | Beteiligung | Veranstaltungsort | Anreise | Namensschilder & Altersbändchen | Getränke & Flaschen | Essen | Materialien & Moderation | Sponsoren | D.I.Y.-Aktivitäten | Klimafakten vor Ort

*N/M

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